Praktikum
Bei Interesse oder Fragen wende dich bitte an das Outgoing Exchange Team, E-Mail:
vpogx.tuebingen@aiesec.de
* Stand 30.9.2009: 1.547
Development, 1.097 Management, 550 Education und 385 Technical in 92 Ländern. Die Grafik zeigt,
welcher Praktikumstyp in dem jeweiligen Land vorwiegend erhältlich ist (Management - orange,
Education - rot, Technical - blau, Development - grün).
Letzte Erfahrungsberichte aus Tübingen: Mein Praktikum habe ich vom 24. November 2009 bis 31. Mai 2009 in Ernst&Young in Lima,
Perú absolviert. Zuerst habe ich in der Wirtschaftspruefung gearbeitet und die letzten drei Monate
im Bereich Finanzen/Buchhaltung.
Lima ist mit knapp 9 Mio. Einwohner mit Abstand die groesste Stadt Perus und verfuegt ueber
ein gutes, kostenguenstiges, wenn auch etwas chaotisches oeffentliches Verkehrsnetz. Es gibt Busse
in verschiedenen Groessen, die durch Handzeichen uberall gestoppt werden koennen. In jedem Bus ist
ein „Cobrador“, der lauthals ansagt, wohin der Bus faehrt und das Fahrgeld einsammelt. Auch Taxis
sind sehr billig und jederzeit und ueberall verfuegbar. Wobei der Preis fuer eine Fahrt jedesmal
vorher mit dem Fahrer ausgehandelt wird. Niemals sollte mas das erste Angebot akzeptieren, sondern
jedesmal verhandeln.
Lebensmittel im Supermarkt und vor allem Kosmetikartikel sind verhaeltnismaessig teuer. Fuer
den Preis der billigsten Flasche Schampoo zum Beispiel, kann man problemlos 3-4 Mal im
Restaurant Mittagessen (Vorspeise, Getraenk, Hauptgericht und Nachtisch). Deshalb sah ich keinen
Grund, selbst zu kochen. Zumal die peruanische Kueche sehr lecker ist und die Peruaner, zu Recht,
sehr stolz auf ihre Gerichte sind. Etwas gewoehnungsbeduerftig ist, dass jedes Gericht mit Reis
serviert wird und das erste Meerschweinchen ass ich auch eher mit gemischten Gefuehlen. Insgesamt
wird dem Essen in Peru grosse Bedeutung beigemessen. Da kann es schon mal passieren, dass
sich die Mittagspause um eine Stunde verlaengert, weil das bestimmte Restaurant etwas weiter
entfernt oder ueberfuellt ist.
Insgesamt sind die Peruaner, besonders zu Auslaendern, sehr freundlich und hilfsbereit und an
Europa sehr interessiert. Insgesamt wurde sich sehr gut um mich gekuemmert, sowohl AIESEC als auch
meine Gastfamilie und Arbeitskollegen waren jederzeit zur Stelle, wenn ich Hilfe brauchte.
Ich habe meinen Aufenthalt in Perú sehr genossen und viele interessante Leute und Dinge
kennengelernt, Freundschaften geschlossen und mich auch gleich sehr wohl und heimisch gefuehlt.
Fuer jeden, der die Chance wahrnehmen moechte, in Perú ein Auslandspraktikum zu absolvieren, sind
hier einige Tipps zum Abschluss:
Obwohl das Leben in Perú sehr sicher ist, sollte man auf den Rat der Limeños hoeren und einige
Bezirk nachts nicht unbedingt alleine besuchen.
Man sollte sich darauf einstellen, grosse Unterschiede zwischen Arm und Reich zu sehen zu
bekommen. Einige Menschen schwelgen in einem Reichtum, den ich bis dahin nur aus dem Fernsehen
kannte. Aber auch in der gehobenen Mittelschicht sind Hausangestellte keine Seltenheit. So hatte
meine Gastfamilie natuerlich auch eine „Empleada“, die den Haushalt fuehrte und in der Familie
wohnte. Dagegen leben in anderen Stadtteilen Limas Menschen in Bretterverschlaegen und in grosser
Armut.
Unbedingt sollte man zumindest Grundkenntnisse in Spanisch mitbringen, da zwar einige Peruaner
sehr gut Englisch sprechen, man aber im Alltagsleben mit Englisch nicht weiterkommt.
Die beste Zeit fuer einen Aufenthalt in Lima ist zwischen November und Mai. Ab Juni bis
September fallen die Temperaturen auf bis zu 15 Grad Celsius, die sich um einiges kaelter anfuehlen
als in Europa. Da greift man dann schon mal zu Jacke und Schal. Zudem ist der Himmel in diesen
Monaten grau und die Sonne laesst sich nur selten blicken, was einem ganz schoen auf´s Gemuet
schlagen kann.
Unbedingt Salsa und Kumbia tanzen gehen! Fast alle Peruaner sind exzellente Taenzer:)
Geduldig und flexibel sein! Ob es sich um das Anstellen an einer Kasse im Supermarkt handelt
oder enorme Unpuenktlichkeit der Einheimischen, wenn sie zum Teil mit mehrstuendiger Verspaetung
erscheinen. Die meisten Dinge erfordern in Perú etwas mehr Zeit und Plaene werden oft sehr
kurzfristig gemacht bzw. geandert.
Immer Kleingeld dabei haben! Ob im Internetcafe oder im Bus ist fast nie Wechselgeld
vorhanden.
Reisen!!! Unbedingt sollte man sich, am besten nach seinem Praktikum, Zeit zum Reisen nehmen.
Nicht nur Machu Pichu, der Titicacasee und der Amazonas sind es wert, gesehen zu werden. Zum
Beispiel befindet sich die aelteste Kulturstaette ganz Amerikas befindet sich nur etwa 200 km
noerdlich von Lima, die mittlerweile von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Zudem hat
Perú eine Kueste mit wunderschoenen Straenden (z.B. Mancora) und auch der Dschungel (Iquitos) ist
eine Reise wert. Peru hat Urwald, Berge und Kueste und somit jedem etwas zu bieten.
Ich bin sehr dankbar
fuer diese wunderschoene und einzigartige Erfahrung!!!
Andrea Zeller
LC Tuebingen-Reutlingen
Limas Küste bei Tag:
Und bei Nacht:
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